Interessiertentreffen Wohnprojekte

Interessiertentreffen Wohnprojekte organisiert von der Initiative „Erfurt für ALLE!“ und dem s.P.u.K. e.V.

Auch in Erfurt wollen immer mehr Menschen gemeinschaftlich und solidarisch wohnen. Einige Hausprojekte sind in den letzten Jahren Wirklichkeit geworden, viele andere Gruppen sind noch in der Findungsphase. In einer Mischung aus Workshops, Austausch und Vernetzung möchten wir möglichst viele Interessierte an Wohnprojekten zusammenbringen. Neben dem gegenseitigen Kennenlernen wird sich die Projektinitiative Wohnopia vorstellen und das Modell des Mietshäuser Syndikats erläutert. Zudem wollen wir gemeinsam besprechen, wie die politischen Rahmenbedingungen geändert werden müssten, damit nichtprofitorientierte, selbstorganisierte Wohn- und Lebensformen eine bessere Chancen auf Verwirklichung haben.

Wann: 24.11.2018, 12-16 Uhr
Wo: filler Erfurt, Schillerstraße 44, Hinterhaus

Programm
12:00 – 12:45 Uhr Einführung und Kennenlernen
12:45-14:45 Uhr Workshop-Phase : WS1 Projektinitiative Wohnopia | WS2 das Mietshäuser Syndikat
WS3 Erfurt für ALLE | WS4 Feuerwache Weimar (angefragt)
14:45-15:15 Uhr Kaffee und Kuchen (gegen Spende)
15:15-16:00 Uhr Zusammenfassung der Workshops und weitere Vereinbarungen

Für eine bessere Planbarkeit der Veranstaltung bitten wir um eine Anmeldung unter: info@wohnopia.de

Offenes Erfurt für ALLE-Treffen 20.11.

Wir laden alle Interessierten zum offenen Erfurt-für-ALLE-Treffen am Dienstag, den 20.11.18, 18 bis 19:30 Uhr in die L50 (Lassallestraße 50) ein.
Wer sich für eine solidarische Stadt und sozialverträgliche Mieten einsetzen möchte, ist bei uns richtig. Ihr könnt mit uns Aktionen starten, Veranstaltungen organisieren oder einfach auch mal bei uns reinschnuppern. Wir freuen uns auf euch.

Kritik an Eigenheimrichtlinie: Öffentlich bauen statt Private fördern!

Pressemitteilung der Initiative “Erfurt für ALLE!” vom 21.10.2018

Am vergangenen Mittwoch wurde nach zweijähriger Erarbeitungszeit im Erfurter Stadtrat die von der Verwaltung vorgelegte „Eigenheimrichtlinie“ diskutiert. „Wir freuen uns, dass die Verwaltung endlich aktiv geworden ist, doch der vorgelegte Entwurf geht in die völlig falsche Richtung“, sagte eine Sprecherin der Initiative „Erfurt für Alle“. „Angesichts rapide steigender Mieten brauchen wir keine weitere Privatisierung von städtischem Besitz.“ Die jetzt vorgelegte Eigenheimrichtlinie sieht vor, städtische Grundstücke und Immobilien vergünstigt an Familien mit Kindern oder mit behinderten Familienmitgliedern zu verkaufen und damit zu privatisieren.“ Ein Eigenheim zu erwerben komme finanziell für Angehörige der Mittel- und Oberschicht in Frage, die ohnehin schon sozial besser gestellt sind.

Einkommensschwache Menschen dagegen, die von steigenden Mieten und Verdrängung am stärksten betroffen sind, haben nichts von dieser Richtlinie. „Ähnlich wie das jüngst beschlossene Baukindergeld, subventioniert die Eigenheimrichtlinie einseitig Mittelstandsfamilien. Wir brauchen nicht noch eine exklusive Mittelstandsförderung, sondern dauerhaft günstige Mieten für alle!“, so die Sprecherin weiter. Da die Richtlinie in den Ausschuss zurück überwiesen wurde, erwarte die Initiative vor diesem Hintergrund eine substanzielle Überarbeitung.
In einem Offenen Brief hatte die Initiative bereits im Juli 2017 gefordert, dass im Falle
einer Veräußerung städtischer Immobilien durch eine Konzeptvergabe sichergestellt
werden soll, dass dauerhaft sozialverträgliche Mieten erhalten bleiben. Gemeinschaftliche, selbstorganisierte und nicht-renditeorientierte Organisationsformen der Bewohner*innen sollten zudem bei einem Verkauf den Vorzug vor Privatinvestoren erhalten.

Warum eine weitere Privatisierung von städtischem Eigentum keine sinnvolle Lösung ist, soll auch bei einer Veranstaltung am Dienstag, den 23. Oktober 2018 um 18 Uhr in der Erfurter Lassallestraße 50 erörtert werden. Sebastian Gerhardt aus Berlin wird in seinem Vortrag „Öffentlich bauen statt Private fördern“ begründen, warum öffentliche Investitionen in den kommunalen Wohnungsbestand, der dauerhaft im öffentlichen Eigentum verbleibt, eine sinnvollere Alternative darstellen.
Sebastian Gerhardt ist Mitglied der Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik In ihrem MEMORANDUM. 2018 plädierte die Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik für ein wohnungspolitisches Sofortprogramm, das den Bau von 100.000 solcher Wohnungen für 7 Milliarden Euro jährlich vorsieht. „Wir laden alle Interessierten und gerade auch die politischen Entscheidungsträger*innen sowie die Mitarbeiter*innen der Verwaltung herzlich ein, mit uns gemeinsam zu diskutieren“

Offener Brief von Erfurt für ALLE vom Juli 2017

Öffentlich bauen statt Private fördern!

am Dienstag, 23. Oktober von 18:00 bis 21:00
in der L50 (Lassallestraße 50, Erfurt)

Investitionen in einen öffentlichen Wohnungsbestand: Nötig – Sinnvoll – Machbar!

Den Mangel an bezahlbaren Wohnungen leugnet heute niemand mehr, nicht einmal der ebenso zuständige wie untätige Minister Seehofer. Auch herrscht Konsens, dass öffentliche Mittel in beachtlichem Umfang zur Behebung dieses Mangels in die Hand genommen werden müssen. Die Lösung dieser Wohnungsfrage will die Politik beim „Wohngipfel“ am 21. September gemeinsam mit Verbänden und Immobilienwirtschaft diskutieren. Hier werden die wohnungspolitischen Weichen für die nächsten Jahre gestellt und die Richtung ist schon absehbar: Im Kern geht es um eine Neuauflage von Investoren- und Eigentumsförderung durch Zuschüsse, Darlehen und Steuervergünstigungen, um die dringend nötige Bautätigkeit anzuregen. Diese Maßnahmen werden vor allem privaten Akteuren zu Gute kommen und die öffentliche Hand viel Geld kosten.
Eine soziale Alternative wären öffentliche Investitionen in den Aufbau eines neuen kommunalen Wohnungsbestands, der dauerhaft im öffentlichen Eigentum verbleibt. Im MEMORANDUM 2018 plädierte die Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik für ein wohnungspolitisches Sofortprogramm, das den Bau von 100.000 solcher Wohnungen für 7 Milliarden Euro jährlich vorsieht. Das dies nicht nur nötig und sinnvoll, sondern auch machbar und zeitgemäß ist, zeigt etwa ein Blick nach Wien, das den stadteigenen Gemeindebau 2017 mit einem ähnlichen Modell wieder aufgenommen hat.

Sebastian Gerhardt (Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik)

Eine Veranstaltung des s.p.u.k. e.V. und der Initiative „Erfurt für ALLE!“ in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung Thüringen e.V. im Rahmen der alternativen Einführungstage.

13.10. We are not your Kreativquartier! Für ein solidarisches Ilversgehofen!

Im Integrierten Stadtentwicklungskonzept (ISEK) wird Erfurt Nord neben der ICE-City als eines der zukunftsträchtigsten Entwicklungsprojekte benannt. Bereits dort angesiedelte Kultur- und Kreativprojekte wie z.B. das Klanggerüst oder die Saline 34 werden schon jetzt als Leistungsträger*innen der Gentrifizierung stilisiert, die Investoren auch in den Norden locken sollen. Die wiederum treiben die Mieten in die Höhe. Soziale und solidarische Stadtpolitik sieht anders aus. Wir wollen gemeinsam mit euch überlegen, wie wir kulturelle Angebote im Viertel bewahren und fördern können, ohne in die neoliberale Vereinnahmungs-Falle zu tappen.

Eine Veranstaltung von „Erfurt für ALLE!“ im Rahmen des Hood not Kiez – Festivals 2018.

Wann? 13.10.2018, 17 Uhr
Wo? veto, Magdeburger Allee 180

Das Gegenteil von Grau

am Montag, den 05. November, 19 Uhr

auf der Freifläche des Radio F.R.E.I. (Gotthardtsraße 21, Erfurt)

In Zusammenarbeit mti der Globale 2018 zeigen wir den Film „Das Gegenteil von Grau“:

Brachflächen, Leerstand, Anonymität, Stillstand – nicht alle zwischen Dortmund und Duisburg wollen sich damit abfinden. Im Gegenteil. Immer mehr Menschen entdecken Möglichkeiten und greifen in den städtischen Alltag ein. Ein Wohnzimmer mitten auf der Straße, Nachbarschaft, Gemeinschaftsgärten. Stadtteilläden, Repair Cafés und Mieter*inneninitiativen entstehen in den Nischen der Städte – unabhängig, selbstbestimmt und gemeinsam.

Das Gegenteil von Grau zeigt unterschiedliche Gruppen, die praktische Utopien und Freiräume leben und für ein solidarisches und ökologisches Miteinander im urbanen Raum kämpfen.

Im Anschluss Gesprächsrunde mit Menschen vom Bündnis Erfurt für Alle und weiteren.

Matthias Coers & Recht auf Stadt Ruhr / 90 min / 2017 / Deutsch mit englischen Untertiteln

Eine Veranstaltung des s.p.u.k. e.V. und der Initiative „Erfurt für ALLE“ in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung Thüringen e.V.

Ein Abend mit dem ISEK


am Freitag, 21. September von 17:00 bis 21:00
im Veto (Magdeburger Allee 180, 99086 Erfurt)

„ISEK Erfurt 2030“ steht für „Integriertes Stadtentwicklungskonzept“ für Erfurt.

Erfurt für Alle! lädt für den 21.09.2018 von 17-21 Uhr zu einem Workshop ins Veto. Wir wollen uns kritisch damit auseinandersetzen, was es mit diesem Konzept auf sich hat. Laut offizieller Verlautbarung soll es ja auf „gesamtstädtischer Ebene“ „Ziele für die wirtschaftliche, gesellschaftliche, kulturelle und ökologische Entwicklung“ formulieren. Und zwar vor dem Hintergrund eines sich scheinbar „verschärfenden Standortwettbewerb der Städte“.
Wir fragen uns: Was ist von einem Konzept zu erwarten, das auch in der Fortschreibung konsequent zwischen „Innere Stadt“ als „Kernstadt“ (= Zentrum) und „Äußere Stadt“ mit den „Großwohnsiedlungen“ (=Peripherie) differenziert?
DIe Veranstaltung bei Facebook.

Eine Veranstaltung des s.p.u.k. e.V. und der Initiative „Erfurt für ALLE“ in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung Thüringen e.V.

1. Thüringer Mietparade – ein voller Erfolg

Am Samstag, den 7. April 2018, fand in Erfurt die erste Thüringer Mietparade statt. Unter dem Motto „Keine Profite mit unserer Miete“ gingen rund 500 Menschen auf die Straße, um gegen steigende Mieten und den Ausverkauf der Städte zu demonstrieren. Die Veranstalter*innen zeigten sich mit der Beteiligung höchst zufrieden. „Es haben sich mehr Menschen als erwartet an der Mietparade beteiligt. Das zeigt, dass leistbare Mieten für viele Menschen eine wichtige Forderung darstellt.“, sagte Sabine Blumenthal vom Bündnis „Erfurt für Alle!“. Zur Demonstration aufgerufen hatten 18 verschiedene Gruppen und Organisationen. Gefordert wurden: der sofortige Stopp des Ausverkaufes von städtischen Immobilien und Grundstücken und eine bessere Beteiligung der Einwohner*innen an der Stadtentwicklung. „Viele Menschen wollen selbstbestimmt leben, unabhängig von ihren finanziellen Möglichkeiten. Dies können profitorientierte Investoren nicht leisten. Deshalb brauchen wir andere Eigentumsformen wie Genossenschaften und selbstorganisierte Wohnprojekte.“, bekräftigten die Organisator*innen. „Wir werden weiter am Ball bleiben und freuen uns über rege Beteiligung.“

An der Demonstration beteiligten sich auch Menschen aus den Städten Leipzig und Berlin, wo der Mangel an leistbarem Wohnraum schon länger akut ist. Neben Redebeiträgen und Musik gab es eine Performance die das Thema Wohnen und Verdrängung künstlerisch bearbeitete. Die Demonstration endete vor dem alten Erfurter Schauspielhaus, wo ein genossenschaftlich organisierter, unkommerziell genutzter Kulturraum entstehen soll.

Das Radio F.R.E.I. hat eine Reportage der Mietparade produziert: hier anhören

UNIversal, das Studentenmagazin auf Radio F.R.E.I. hat eine Organisatorin der Mietparade interviewt:

Fotos: Andreas Bauermeister

          

Preisschild: Miete über 30% des Einkommens?

Eine Mietbelastungsquote über 30% des Einkommens gilt gemeinhin als problematisch; besonders für Haushalte mit geringem Einkommen, denen somit zu wenig Einkommen für die sonstige Lebensführung bleibt. Viele Menschen müssen jedoch mit einer höheren Mietbelastung auskommen. Doch wer weiß das und wie viele Menschen sind bereits davon betroffen? Wir wollen es allen zeigen. Liegt deine/eure Miete auch über 30% des Haushaltseinkommens? Dann schneide das Preisschild aus und hänge es aus deinem Fenster! Damit alle und besonders die PolitikerInnen sehen können, wie wichtig dieses Thema ist!

Download Preisschild als .pdf

Mitmachaktion zur Erfurter Wohnungspolitik

Wir von Erfurt für ALLE haben an mehreren Stadtteilzentren in Erfurt Pinnwände aufgestellt. Auf diese können Anwohner*innen ihre Meinung zur Erfurter Wohungspolitik loswerden. Auf der Mietparade am 7. April werden wir die Wünsche und Kritikpunkte öffentlich vorlesen. Pinnwände stehen im SozialSalon am Ilversgehofener Platz in der Magdeburger Allee 165 (im alten „Goldbroiler“), in der [L50] in der Lassallestraße 50, im Family-Club Am Drosselberg 26 und im Mehrgenerationenhaus am Moskauerplatz in der Moskauer Straße 114.

Die Pinnwand vor Erfurt für ALLE im Family-Club auf dem Drosselberg

Die Pinnwand im Mehrgenerationenhaus am Moskauser Platz