Erfurt für Alle – Stadt von unten?!


Erfurt für ALLE lädt am 13. März die Wohnraum Aktivistin Lisa Vollmer der Initiative „Stadt von Unten“ zu einem Vortrags- und Diskussionsabend ein.

Die Initiative „Stadt von Unten“ konnte erfolgreich die Privatisierung des Dragonerareals im Rathausblock in Berlin verhindern. Nun soll auf dem Gelände „Selbstverwaltet und Kommunal“ ein Modellprojekt mit 100% bezahlbaren Mieten und dauerhafter Absicherung entstehen.
Wohnraum-Aktivistin Lisa Vollmer gibt Einblicke in die Arbeit und
Entwicklung der Initiative. Im Anschluss wollen wir gemeinsam
diskutieren, den aktuellen Stand der Wohnraumsituation in Erfurt
betrachten und etwas in die Zukunft blicken: Wie könnten moderne
Wohnraumstrategien für Erfurt aussehen?

Wann: Dienstag, den 13. März 2018, 19 Uhr
Wo: Radio F.R.E.I. Gotthardtstraße 21, 99084 Erfurt

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung Thüringen statt.

Die Veranstaltung auf Facebook:  Erfurt für ALLE – Stadt von Unten?!
Weitere Infos findet ihr hier: Facebookseite Stadt von unten

16.-17.02. Zweitägiger Workshop zu Adbusting



An jeder Ecke nervt sie uns, will uns was aufschwatzen oder das Image von Großkonzernen und Politik aufpolieren. Ihr habt keine Lust mehr auf diese märchenhaften Lügen?
Dann macht mit beim zweitägigen Adbusting Workshop.

Adbusting ist eine Form der Straßenkunst, die mit kreativen Mitteln Werbung entlarvt. Bestehender Werbung wird mit kleinen, aber feinen Veränderungen eine neue Bedeutung verliehen oder sogar komplett umgekehrt. Gemeinsam wollen wir uns ansehen, wie Werbung funktioniert und an praktischen Beispielen ausprobieren, was man der Allgegenwart der Werbung entgegensetzen kann.

Die Teilnahme ist kostenlos, um Anmeldung per Email wird gebeten: info[at]erfurtfueralle[punkt]de

Teil I: Freitag, 16.02.2018, 16 bis 20 Uhr im veto, Magdeburger Allee 180, Erfurt
Teil II: Samstag, 17.02.2018, 10 bis 16 Uhr, Lassallestraße 50, Erfurt

Eine Veranstaltung des Bündnisses „Erfurt für Alle!“ mit Unterstützung der Rosa-Luxemburg-Stiftung-Thüringen.

07. April – Mietparade: „Keine Profite mit unserer Miete!“

Euer BOOM? Unser BÄÄM!
Eine leistbare Mietwohnung? Kaum zu bekommen! Nicht in Jena, nicht in Weimar, nicht
in Erfurt. Das, was derzeit als Thüringer „Immobilien-Boom“ gefeiert wird, bedeutet für
uns Mieterinnen und Mieter vor allem eins: Mieterhöhungen. So sind die Mieten in Erfurt
von 2007 bis 2015 im Schnitt um 26% gestiegen, in Jena liegen die Kaltmieten über dem
Bundesdurchschnitt und weit über dem für Thüringen. Viele Menschen müssen einen
immer größeren Teil ihres Einkommens für das Wohnen aufbringen, haben Angst vor
Verdrängung und einem unfreiwilligen Umzug. Zuziehende haben Probleme, überhaupt
eine Bleibe zu finden. In Erfurt, Jena und Weimar mangelt es massiv an leistbarem
Wohnraum für Menschen mit geringem Einkommen, für Geflüchtete, für
Alleinerziehende, für Alte, …

Schuld daran ist der Immobilienmarkt, welcher der kapitalistischen Logik der
Profitmaximierung folgt. Und eine Politik, welche die Liberalisierung des
Wohnungsmarktes und die Privatisierung von Wohnraum vorantreibt. Gemeinsam
verwandeln sie die Stadt in eine soziale Gefahrenzone, in der vielen Menschen die
Verdrängung droht. Doch unser Zuhause ist kein Anlageobjekt, die Thüringer Städtekette
kein Diamantencollier. Deshalb werden wir uns am 7. April 2018 mit der 1. Mietparade
die Stadt zurücknehmen.

Recht auf Stadt? Die Freiheit nehm‘ ich mir!
• Wir gehen gemeinsam auf die Straße, weil wir den Ausverkauf und die Vermarktung
der Stadt nicht länger hinnehmen wollen. Wir wollen eine Politik, die nicht den roten
Teppich für Investoren ausrollt, sondern das Recht auf guten Wohnraum für Alle
durchsetzt.
• Wir gehen gemeinsam auf die Straße, weil unsere Städte mehr sind als Tagungszentren,
Freiluftmuseen oder Wirtschaftsstandorte mit Autobahnkreuz und ICE-Knoten.
• Wir gehen gemeinsam auf die Straße, weil wir keine Konsummeilen mit
Alkoholverboten, Gefahrengebieten und rassistischen Kontrollen wollen.
• Wir wollen in einer Stadt leben, die vielfältig, bunt und unkommerziell ist und von uns
selbst gestaltet wird.
• Wir gehen gemeinsam auf die Straße, denn die Stadt gehört uns Allen.

07.04.2018 | 14 Uhr | Erfurt | Willy-Brandt-Platz (Bahnhofsvorplatz)

Unterstützer*innen
Material

 

 

Ein Plätzchen für ALLE!

Am 18. und am 20. Dezember 2017 haben Aktivist*innen des Bündnisses „Erfurt für ALLE!“ eine Aktion vor Olaf Schuberts Krippenspiel in Erfurt durchgeführt. Als Engel und Hirten verkleidet verteilten sie Plätzchen und Flyer und forderten ein „Plätzchen für ALLE in der Stadt“. Mit dieser Aktion forderten sie guten Wohnraum für alle und kritisierten den Ausverkauf der Städte. Außerdem mobilisierten sie für die große Mietparade, die am 7. April 2018 14 Uhr am Erfurter Hauptbahnhof starten wird.

Workshop: Stadt der Vielen – Wie geht partizipative Stadtentwicklung von unten?

Nächsten Donnerstag, den 09.11., von 17 bis 20 Uhr veranstaltet das Bündnis „Erfurt für ALLE!“ einen Workshop mit der Planbude aus Hamburg zum Thema „Stadt der Vielen – Wie geht partizipative Stadtentwicklung von unten?“ in der L50 (Lassallestraße 50) in Erfurt.

Wir wollen uns Anregungen aus Hamburg holen, mit welchen Aktions- und Partizipationsformen eine breite und öffentlichkeitswirksame Diskussion in Erfurt um das Thema „Wohnen und soziale Frage“ angestoßen und forciert werden kann. Dabei wollen wir auch Ideen für nächstes Jahr spinnen. Beim Treffen am 05.12. 18-21 Uhr wollen wir dieses Ideen dann umsetzen.

Wir freuen uns über euer Kommen.

Die Veranstaltung findet gemeinsam mit dem s.P.u.K. e.V. statt und wird von der Rosa-Luxemburg-Stiftung gefördert.

Proteste gegen Thüringer Immobilienkongress auf Erfurter Messe

Unter dem Motto „Den Ausverkauf der Städte stoppen!“ demonstrierten heute Menschen aus mehreren Thüringer Städten gegen den Thüringer Immobilienkongress, der auf der Erfurter Messe stattfand. „Wir wollen es nicht unwidersprochen lassen, wenn eine profitorientierte Immobilienwirtschaft Städte wie Märkte unter sich aufteilt. Wir möchten in einer vielfältigen und bunten Stadt leben, die von möglichst vielen Menschen selbst gestaltet werden kann“, so eine Sprecherin des Bündnisses „Erfurt für Alle!“ über die Motivation der Protestierenden. Statt den roten Teppich für Investoren auszurollen, solle die Politik das Recht auf Wohnraum durchsetzen. Auf Sprechblasen waren Slogans wie „Keine Profite mit meiner Miete“ und „guter Wohnraum für alle“ zu lesen. Damit forderten die Demonstrierenden eine sozialverträgliche und keine profitorientierte Wohnungspolitik, damit guter Wohnraum für alle Menschen bezahlbar ist und bleibt.

Denn den Preis für den von den Kongressveranstaltern behaupteten „Boom-Taumel“ zahlen die Mieterinnen und Mieter. Aus ihrer Sicht hat sich die Wohnsituation in Thüringen dramatisch verschlechtert: So sind die Mieten in Erfurt von 2007 bis 2015 im Schnitt um 26% gestiegen, gerade bei Neuvermietungen liegen die Preise noch höher. In Jena liegen die Kaltmieten mit knapp 8 Euro/m2 über dem bundesdeutschen Durchschnittswert (7,30 Euro/qm) und weit über dem für Thüringen (5,50 Euro/qm). Viele Menschen können sich die Mieten kaum noch leisten, haben Angst vor Verdrängung und einem unfreiwilligen Umzug. Neu Zuziehende haben Probleme, überhaupt eine Bleibe zu finden. In Erfurt, Jena und Weimar mangelt es massiv an bezahlbarem Wohnraum, insbesondere für Alleinerziehende oder Rentner_innen mit kleiner Rente.

Dass die Organisator_innen des Kongresses, die Leipziger Werbe- und Kommunikationsfirma „W&R IMMOCOM“, offensichtlich kein Interesse an einer demokratischen Diskussion über die Zukunft der Städte hat, verdeutlicht nicht nur der Eintrittspreis von 250,- Euro. Auch die einseitige Zusammensetzung der Referierenden, die allesamt aus der Immobilienwirtschaft oder aus Politik und Verwaltung kommen, verdeutlicht, dass es Ziel des Kongresses ist, die Städte so profitabel wie möglich zu vermarkten.

Demgegenüber setzt sich das Bündnis „Erfurt für Alle!“ für eine basisdemokratische Einbeziehung möglichst vieler ein. Dieses Anliegen verdeutlichten die Protestierenden, indem sie im Anschluss mit einem Bauchladen voller Plätzchen durch die Erfurter Innenstadt zogen, die sie zusammen mit Flugblättern an Passantinnen und Passanten verteilten: „Alle sollen ein Plätzchen in der Stadt haben!“.

Berichterstattung:

 

Ein Plätzchen in Erfurt für alle

Auf dem Anger 2

Auf dem Anger

Im Gespräch mit der Messeleitung

Pow

Auf der Messe

Forderungen für eine soziale Wohnungspolitik

Das Bündnis “Erfurt für ALLE!” fordert, dass die Stadt Erfurt ab sofort keine Grundstücke und Immobilien mehr verkaufen soll. Lediglich in Einzelfällen soll die Vergabe von Grundstücken und Immobilien in Erbbaurecht unter bestimmten sozialen Rahmenbedingungen und Kriterien möglich sein. Dazu zählen unter anderem die Vergabe zu einem Festpreis, keine Mieterhöhung aus Gewinnzwecken und die bevorzugte Berücksichtigung von kooperativen nicht renditeorientierten Wohnprojekten. Alle Forderungen im Konkreten:

Forderungen für eine soziale Wohnungspolitik
Das Bündnis “Erfurt für ALLE!” fordert, dass die Stadt Erfurt ab sofort keine Grundstücke und Immobilien mehr verkaufen soll. Sie soll ihre Liegenschaften nutzen, um die Erfurter Wohnungspolitik im Sinne sozialer Gesichtspunkte zu gestalten.

Im Erfurter Stadtrat wurde fraktionsübergreifend die Notwendigkeit hervorgehoben, dauerhaft bezahlbaren Wohnraum zu erhalten und neu zu schaffen. Außerdem sei geplant, eine Vergaberichtlinie für städtische Grundstücke und Immobilien zu schaffen.

Wir fordern, dass lediglich in Einzelfällen die Vergabe von Grundstücken und Immobilien in Erbbaurecht unter folgenden sozialen Rahmenbedingungen und Kriterien möglich sein soll.

Wir als Bündnis wollen uns bei der Diskussion um die Kriterien für die Vergabe von städtischen Immobilien und Grundstücken einbringen und stehen für Gespräche bereit.
Unser Forderungen sind folgende:

Zu den Rahmenbedingungen des Vergabeverfahrens:

  • Vergabe aller städtischen Wohn- und Gewerbeimmobilien sowie Bauland geschieht fortan im Erbbaurecht mit klar kontrollierbaren sozialen Kriterien
  • eine Kommission – mit Vertreter*innen aus Politik und Verwaltung sowie zivilgesellschaftliche Akteur*innen, Bewohner*innen der betroffenen Stadtteile und externen Gutachter*innen – entscheidet, wer den Zuschlag erhält
  • 6 Monate Vorankündigungsphase vor Ausschreibungsbeginn
  • transparente Information zur Verfahrensweise
  • die Dauer der Ausschreibung beläuft sich auf mindestens 6 Monate
  • Festlegung eines Festpreises ausgehend vom Bodenrichtwert der Liegenschaft zzgl. eines angemessenen Preises je nach Zustand der betreffenden Immobilie
  • bei Bedarf wird der Gruppe das Grundstück bzw. die Immobilie für ein Jahr zur endgültigen Klärung der Planung und Finanzierung reserviert
  • Bau- und Nutzungsverpflichtung der*des Käufer*in

Zu den Kriterien, nach denen die Konzepte bewertet werden sollen:

  • bevorzugt berücksichtigt werden kooperative Wohnprojekte, die nicht renditeorientiert wirtschaften
  • keine Mieterhöhung aus Gewinnzwecken
  • Mietwohnungen statt individuellem Wohneigentum (keine Zerteilung in Eigentumswohnungen)
  • kein Wiederverkauf der Immobilie bzw. des Baulandes
  • Verbot von Eigenbedarfskündigungen
  • Mietzins, der es Transferleistungsempfänger*innen ermöglicht zu mieten (Orientierung KdU)
  • soziale und kulturelle Vielfalt der Bewohner*innen über Einkommens- und Altersschichten hinweg
  • besondere Berücksichtigung von Menschen mit erschwerten Zugängen zum Wohnungsmarkt (Bspw. Geflüchtete, Wohnungslose, Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen)
  • hohe Anteile an barrierearmen, -freien und behindertengerechten Wohnungen
  • sozial-kulturell-ökologisches Engagement im Quartier oder Beteiligung an sozialer und kultureller Infrastruktur
  • Förderung von sozialen Nachbarschaften z.B. durch gemeinschaftsfördernde Maßnahmen (z.B. offene Räume für den Stadtteil, Gemeinschaftsräume, Werkstatträume)

Zusätzliche Forderungen:

  • Aufbau einer städtisch finanzierten Beratungsstelle für kooperative Wohnprojekte (Beratung zur Ausschreibung, zur Vergabe, zum Erwerb neuer Grundstücke)
  • Schaffen von rechtlichen Rahmenbedingungen für ein Vorkaufsrecht der Stadt beim Verkauf von Immobilien und Bauland in Gebieten mit besonderem Entwicklungsbedarf
  • entwickeln eines Förderprogramms für solidarische und kooperative Wohnprojekte
  • alle Aufgaben und Entscheidungen bezüglich Liegenschaften gehören zukünftig in die Zuständigkeit des Amtes für Stadtentwicklung und Stadtplanung

Erfurt, den 12.10.2017

Zum Herunterladen als PDF:
2017 Forderungen soz. Wohnungspolitik Erfurt für ALLE

Erfurter (H)Ausverkauf stoppen – Aus Erfahrungen anderer Städte lernen

Das Bündnis “Erfurt für alle!” lädt am Donnerstag, den 28.09., um 19 Uhr in der L50 (Lassallestraße 50 in Erfurt) zu einem Vortrags- und Diskussionsabend unter dem Motto “Erfurter (H)Ausverkauf stoppen – Aus Erfahrungen anderer Städte lernen” ein. Referent*innen sind Michael Stellmacher vom Haus- und Wagenrat Leipzig sowie Vertreter*innen vom Bündnis „Erfurt für Alle!“.

Seit Jahren steigen die Immobilienpreise in Erfurt. Profitstreben bestimmt den Wohnungsmarkt und bezahlbarer Wohnraum für alle wird immer knapper. Daher hat auch der Erfurter Stadtrat zu Beginn des Jahres das Thema bezahlbares Wohnen auf die Tagesordnung gesetzt. Außerdem wird eine neue Richtlinie für die Vergabe von städtischen Immobilien erarbeitet.

Andere Städte haben bereits gute Konzepte für eine sozialere Wohnungspolitik entwickelt. Deswegen lädt das Bündnis „Erfurt für Alle!“ Michael Stellmacher vom Haus- und Wagenrat e.V. aus Leipzig ein, der von Erfahrungen der Stadt Leipzig mit der Konzeptvergabe berichtet. Zudem stellen Vertreter*innen vom Bündnis „Erfurt für Alle!“ ihre Forderungen für eine solidarische und soziale Wohnungspolitik vor. Anschließend wird gemeinsam mit den Teilnehmenden über eine neue Erfurter Wohnungspolitik diskutiert.

Die Veranstaltung wird vom s.P.u.K. – solidarische Politik und unkommerzielle Kultur e.V. organisiert und durch die Rosa Luxemburg Stiftung Thüringen gefördert.

„Erfurt für Alle!“ ist ein Bündnis, das sich für sozialverträgliche Mieten und eine soziale und solidarische Stadt für alle einsetzt. Dafür startet es Aktionen, organisiert Veranstaltungen und trägt eigene Ideen in die Öffentlichkeit. Die meisten Mitglieder sind in Hausprojekten oder Hausprojektinitiativen aktiv.

Bundesweite Kampagne: Mietenwahnsinn stoppen!

Die bundesweite Kampagne „Mietenwahnsinn stoppen!“ ist ein Zusammenschluss von Mieterinitiativen, Recht auf Stadt Netzwerken, Mietervereinen und weiteren wohnungspolitischen Akteuren. Das gemeinsame Ziel ist den meist lokalen Initiativen einen kollektiven Rahmen zu geben. Wir haben 7 zentrale Forderungen entwickelt, mit denen wir über die Kritik der vermarkteten wohnungspolitischen Zustände hinaus, konkrete Verbesserungen für Mieter*innen einfordern. Dazu werden wir selber in Veranstaltungen und auf den Straßen aktiv. Dazu fordern wir aber auch von der Politik endlich Massnahmen zu entwickeln, die Mieter*innen vor dem Wahnsinn des Wohnungsmarktes besser zu schützen.

Alle Infos findet Ihr unter mietenwahnsinn-stoppen.de