Vortrag und Diskussion: „Bis Ilversgehofen gentrifiziert ist, werden noch viele Jahre vergehen…“

14. Oktober 2017
19:00bis20:30

veto (Magdeburger Allee 180, Erfurt)

In Erfurt entwickeln sich die Mieten rasant nach oben. Die wachsende Zahl an Einwohner_innen befördert diese Dynamik und macht die kleine Stadt in ihrer Gesamtheit zu einem Spitzenstandort für Immobilieninvestitionen. Überall wird gebaut und saniert – nicht mehr allein im Dichterviertel, der Altstadt oder im Brühl als exklusive Wohngegenden. Die städtische Verwaltung und ein Teil der Politik jubelt: Endlich wird das Stadtbild aufgehübscht. Mit rhetorischer Lokaltümelei a la Puffbohne und Gartenstadt feiern sie diese Entwicklung und beschleunigen sie mit ICE-City, BUGA und anderen Stadtentwicklungsprojekten. Was für Tourist_innen und Erfurter_innen mit höheren Einkommen jedoch erfreulich sein mag, verdrängt Mieter_innen und zerstört soziale Netzwerke in den Quartieren, die verlassen werden müssen. Immobilienwirtschaft und Wohnungsunternehmen freuen sich dagegen über ihre Profite. Wie überall sind Kreative und Nischengewerbe die Vorboten dieser – Gentrifizierung genannten – Verdrängung. Kreative machen vor allem rund um die Magdeburger Allee die Stadtteile attraktiv. Folgen die Investoren auf dem Fuße? Was ist stadtpolitisch möglich und wie kann Gegenwehr aussehen?

Die Veranstaltung findet statt im Rahmen von: „Hood not Kiez – Ein-Tages-Fest im Erfurter Norden“ in Kooperation mit dem Bündnis „Erfurt für alle!“, dem Spuk e.V. und der Rosa-Luxemburg-Stiftung Thüringen.

(H)Ausverkauf stoppen – Aus Erfahrungen anderer Städte lernen

28. September 2017
19:00bis22:00
L50 (Lassallestraße 50)

Das Bündnis “Erfurt für Alle!” lädt zu einem Vortrags- und Diskussionsabend unter dem Motto “Erfurter (H)Ausverkauf stoppen – Aus Erfahrungen anderer Städte lernen” ein. Es ist die zweite Veranstaltung im Rahmen der Reihe „Stadt(entwicklung) geht anders, Teil II“ .
Referent*innen sind Michael Stellmacher vom Haus- und Wagenrat Leipzig sowie Vertreter*innen vom Bündnis „Erfurt für Alle“.

Die Veranstaltung wird vom s.P.u.K. – solidarische Politik und unkommerzielle Kultur e.V. organisiert und durch die Rosa Luxemburg Stiftung Thüringen gefördert.

Film: Die Stadt als Beute

26. September 2017
19:00bis22:00

Frau Korte (Magdeburger Allee 179)

Andreas Wilcke / 2016 – Dt.

Städte im Wandel. Berlin gilt plötzlich als “the place to be“. Das weckt Begehrlichkeiten. Jeder will hier wohnen und viele wollen sich hier eine vergleichsweise “billige” Wohnung kaufen. Ehemals staatlicher Wohnungsbestand wird privatisiert und Mietwohnungen werden zu Eigentum. Regisseur Andreas Wilcke war mit seiner Kamera überall in der Stadt unterwegs; befragte die verschiedenen auf dem Wohnungsmarkt aktiven Menschen, begleitete Wohnungsbesichtigungen und Kaufinteressierte bei der Schnäppchenjagd sowie Mieter*innen beim Gang durch die Institutionen.

Anschließend Gespräch zum Film mit Wohnraum-Aktivist*innen aus Erfurt

Offener Brief an den Oberbürgermeister, die Fraktionen des Stadtrates und die Verwaltung

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Andreas Bausewein,
sehr geehrte Mitglieder der Fraktionen,
sehr geehrte Beschäftigte der Stadtverwaltung Erfurt,

Diskussionsforen und Informationsreihen haben es in den vergangenen Monaten gezeigt: Die Situation auf dem Erfurter Wohnungs- und Immobilienmarkt hat sich dramatisch verschärft. Für Geringverdiener*innen und nicht-kommerzielle Wohn- und Kulturprojekte ist die Situation prekär. Sie finden keinen Platz mehr in dieser Stadt. Auch der Erfurter Stadtrat hat Anfang des Jahres festgestellt, dass dauerhaft bezahlbarer Miet- und Wohnraum erhalten und neu geschaffen werden muss. Dazu erarbeitet die Verwaltung der Stadt Erfurt nach unserem Kenntnisstand eine neue Vergaberichtlinie für städtische Grundstücke und Immobilien.

Das Bündnis “Erfurt für Alle!” will sich in die Entwicklung dieser Richtlinie einbringen und fordert, in den Erstellungsprozess einbezogen zu werden. Unsere zentrale Forderung ist, städtische Immobilen und Grundstücke grundsätzlich nicht zum Höchstpreis zu vergeben, sondern nach folgenden Kriterien zu entscheiden:

  • dauerhafte Sicherung sozialverträglicher Mieten
  • Bereicherung des solidarischen Miteinanders im Stadtteil
  • gemeinschaftliche, selbstorganisierte und nicht-renditeorientierte Organisationsform der Bewohner*innen (Wohnprojekte und Initiativen)

Konzeptionell haben andere Städte und Kommunen längst entsprechende Vergaberichtlinien auf den Weg gebracht. Ein positives Beispiel aus Sicht von “Erfurt für Alle!” ist aktuell in Leipzig zu sehen. “Erfurt für Alle!” wird sich in den kommenden Wochen mit einem ausführlicheren Katalog von Rahmenbedingungen und Forderungen an die Verwaltung der Stadt Erfurt wenden.
Für Rückfragen oder eine Diskussion stehen wir gerne zur Verfügung unter info@erfurtfueralle.de.

Wir unterstützen die Forderungen des Bündnisses „Erfurt für Alle!“

  • Frau Korte
  • Hausprojekt wohnopolis
  • KUNSTHAUS ERFURT
  • Lebenswert4
  • s.P.u.K. e.V.
  • SpielRaum für Persönlichkeiten
  • Stattschloss e.V.
  • Wohnopia e.V.
  • Wohnprojektgruppe BLA (bürgerlich, links, alternativ)
  • Mehrwertstadt Erfurt
  • Sowohl e.V.
  • Torsten Kamieth
  • DreiHäuser und ein Pavillon – Gemeinschaftliches Wohnen in der Grimmstraße